Fanning: Gezeiten des Lebens
Mick Fanning hat seinen zweiten Weltmeistertitel an Land gezogen. Nun stehen für ihn eine Menge Partys an. Bevor die Korken knallten, beantwortete uns der König der Surfer noch ein paar Fragen.


Zeit zum Relaxen für Mr. Fanning?
Gratuliere, Mick! Wie fühlst Du dich?
Mick Fanning: "Um ehrlich zu sein: ich fühle mich gerade den Tränen nahe. Ich war ja schon 2007 auf der ASP-Tour Weltmeister, aber ich war mir nicht sicher, wie es sich beim zweiten Mal anfühlen würde. Ich dachte mir, ich wäre emotional drauf vorbereitet, aber nun ist alles anders. Es liegt sicher auch daran, dass Joel (Joel Parkinson, Micks Rivale, aber auch ein alter Freund; Anm.) bis zum Schluss sein Bestes gab. Als ich den Sieg allerdings in der Tasche hatte, war ich einfach nur erlöst. Bis zu diesem Moment der Befreiung war es eine ganz schön anstrengende und stressige Zeit, obwohl ich mir natürlich nichts anmerken lassen wollte."
Hier entlang zum Video über den Titelgewinn von "White Lightning" - just push the button!
Wie war es für dich, dir mit deinem alten Kumpel Joel die letzten Wellen der Tour zu teilen?
"Es war schon eine seltsame Melange von Gefühlen. Ich war ziemlich aufgeregt, aber als Joel in Runde drei gegen Wildcard-Rider Gavin Gillette verlor, tat es mir schon Leid für ihn ... er ist ein wirklich guter Freund, wie ihr inzwischen wisst. Nachdem mein Sieg feststand, war er auch einer der ersten, die zu mir rausgepaddelt kamen, um zu gratulieren. Und wenn er nicht im ersten Drittel der Saison verletzt gewesen wäre, hätte ich mir sehr schwer mit meinem Comeback getan. Er wird 2010 brandheiß sein, so viel steht fest."
Bei euch Australiern ist es Tradition, dass der Sieger eines Bewerbes keinen Fuß an Land setzen muss, um aufs Podium zu gelangen: Er wird in einem Sessel aus der Brandung bis zum Stockerl getragen.
"Ja, diesmal haben mich Joel und Dean Morrison befördert, das war echt crazy. Das werde ich auch nie vergessen."
Am Tag, als Du die ASP-Tour 2007 in Brasilien gewonnen hast, hattest Du ein gutes Gefühl beim Aufstehen. Wie ging’s dir diesmal?
"Ich war entsetzlich nervös. 2007 war ich dem Rest der Meute punktemäßig weit voraus, also kam es nicht auf den letzten Event an und daher war ich weit nicht so aufgeregt wie heute. Zudem kannte ich ja Joels Performances hier an der North Shore vom letzten Winter. Ihm liegt die Pipeline, deswegen wusste ich, dass es ein Kampf bis zum bitteren Ende werden würde. Also konzentrierte ich mich nur auf mich und blendete Joels Performance vollkommen aus. Ich war vor Parko in Runde drei dran und seine Welle war eher sanft. Deswegen sah mein Heat schon etwas spektakulärer aus."
Hast Du heute an deinen Bruder Sean gedacht? (Sean Fanning kam bei einem Autounfall vor elf Jahren ums Leben; Anm.)
"Ich denke fast immer an ihn. Und heute war er sehr präsent in meinen Gedanken. In diesen großen Momenten, in denen es drauf ankommt, entspannt mich das unglaublich. Ich hoffe, er ist stolz auf mich und meinen zweiten Weltmeistertitel."
Das gesamte Interview findet ihr auf www.redbull.at
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