Blazusiak: Enduro-Pro & DJ
Im Talk mit mm spricht der Pole über seinen Respekt vor Downhill-Bikes, welchen Stellenwert das Red Bull Hare Scramble hat, die Finanzkrise und warum er vielleicht schon bald als DJ arbeitet.

"Im Moment wird bei mir daheim meine DJ-Anlage aufgebaut!"
Vor der Jubiläums- und gleichzeitig härtesten Ausgabe des Red Bull Hare Scramble erwischt massivemoves.com Taddy Blazusiak, den mit Abstand besten Enduro-Fahrer der Welt, zu einem exklusiven Interview. Hier erfahrt ihr alles über das Ausnahmeathleten: Von der Finanzkrise, das Leben als Enduro-Pro über seine Leidenschaft zum Snowboarden, seine Partievorlieben bis zu seinem Dj-Dasein ist alles dabei!
massivemoves.com: „Wie schon im letzten Jahr setzten Fans und Medien heuer wieder große Erwartungen in dich. Ist es ein ähnlicher Druck wie 2008 oder gehst du heuer lockerer damit um?
Taddy Blazusiak: „Auch wenn alle Augen auf mich gerichtet sind, so ist der Druck, den ich mir mache, etwas geringer. Ich habe KTM und Red Bull bewiesen, dass ich mein Geld wert bin und als Profi weiß ich wie ich mit Druck umgehen muss. Der Erzberg ist aber immer etwas Besonderes. Es ist kein Championship, das über mehrere Rennen geht. Hier muss ich auf den Punkt konzentriert sein und meine Leistung bringen. Dennoch, es kann so viel passieren, das man nicht steuern kann, wie technische Gebrechen oder kleine Fahrfehler, die große Auswirkung haben können.“
Du hast die WM erwähnt. Wenn du wählen müsstest, wo würdest du lieber einen Sieg einfahren: Am Erzberg oder bei den Championships?
„Das ist eine gute und harte Frage (lacht). Natürlich ist der Erzberg ein besonderes Rennen und bringt einem Fahrer sehr viel öffentliche Aufmerksamkeit. Es ist eigentlich unglaublich, wie ein einzelnes Rennen die Karriere beeinflussen kann, so wie es eben bei mir der Fall war. Aber ich habe pro Jahr 18 Rennen und ich will einfach jedes von ihnen gewinnen – ich bin eben ein richtiger Racer. Aber was man sicher sagen kann ist, dass das Red Bull Hare Scramble als Ein-Tages-WM durchgeht, im Gegensatz zur eigentlichen WM, die sich über mehrere Rennen erstreckt“
2009 spricht jeder über die Finanzkrise, welche Auswirkung hat sie auf dich und dein Leben?
„Ich weiß, dass die Krise das große Thema für viele Leute ist. Ich bin aber in der glücklichen Lage, dass ich sehr gute Verträge mit meinen Sponsoren haben und dadurch auf der sicheren Seite bin und mir keine Sorgen machen muss - sehe aber, dass auch meine Sponsoren kämpfen müssen Ich bin auf dem Höhepunkt meiner Karriere und bin sicher auch das Geld wert, das in mich investiert wird.“
Wie lange läuft dein Vertrag mit KTM noch?
„Noch bis Ende des Jahres, aber der neue Vertrag ist schon so gut wie unter Dach und Fach.“
Hast du dir den Kurs am Erzberg im Vorfeld schon angeschaut?
„Wir dürfen die Strecke vor dem Rennen nicht abfahren, aber ich bin die schwierigeren Passagen zu Fuß abgegangen und habe mir so einen groben Überblick verschafft. Ich glaube, wenn man jede einzelne Passage einzeln fährt ist es nicht so schwierig, aber alle 20 Checkpoints auf einmal machen die Härte dieses Rennens aus. Je länger die Fahrer unterwegs sind, umso müder und unkonzentrierter werden sie. Und kleine Fehler können dann große Wirkung haben.“
Heuer sind auch wieder viele polnische Fans auf den Erzberg gekommen. Bist du schon ein Superstar in deiner Heimat?
„Motorsport hat sicher noch nicht den Status von Fußball erreicht, aber wird sicher immer mehr zur Kenntnis genommen. Ich habe zahlreiche Fans, die den langen Weg auf sich genommen haben, um mich zu unterstützen und das ist einfach fantastisch.“
Wie sehen eigentlich deine Trainingsmöglichkeiten in Polen aus?
„Es ist ähnlich schwierig wie in Österreich. Es gibt nicht viele Plätze, wo man Enduro trainieren kann. Hauptsächlich sind wir auf Motocrossstrecken unterwegs. Aber ich lebe in Andorra und dort sieht es wesentlich besser aus und ich habe mehr Möglichkeiten.“
Was die schönen und weniger netten Seiten am Pro-Dasein sind, was der schmerzvollste Moment in seiner Karriere war und warum er vielleicht schon bald als DJ zu sehen ist, lest ihr auf Seite Zwei...
Photofolio: Taddy Blazusiak
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