30. Jun 2011, von Barbara Mayer
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Brand-Interview: meshit

Ob "me shit" oder "mesh it" bleibt ganz dir überlassen. Das junge Label ist uns dank ihrer T-Shirts mit leichtem Hang zur Selbstironie ins Auge gesprungen. Jung, talentiert, aus Wien und irgendwie in der Skate-Szene verwurzelt: Da haben wir nicht lange gezögert und die beiden Damen um ein Interview gebeten. massivemoves goes fashion quasi. Und wie immer im Zuge unserer Brand-Interviews verlosen wir hübsche Stücke von meshit. Zuschlagen!

zur FotoshowJ. Schieffermair
Darf's ein bißchen Selbstironie sein, Monsieur?

massivemoves.com: Stellt euer Label bitte kurz vor: Woher kommt meshit, seit wann gibt es das Label, wie viele seid ihr und was macht ihr genau?
Ida Steixner und Lena Krampf:
„Wir sind zu zweit und beide aus Wien – somit ist auch „meshit“ aus Wien. meshit gibt es offiziell als Firma seit Anfang 2010, begonnen haben wir damit aber schon direkt nach der Matura auf der Modeschule Hetzendorf 2008. Wir machen zwei Kollektionen pro Jahr – Frühling/Sommer und Herbst/Winter – dafür machen wir alle Entwürfe natürlich selbst und auch die Schnitte und Prototypen machen wir. Die Kollektionen beinhalten Männer- und Frauenkleidung, wobei wir momentan mehr für Frauen machen, und auch immer wieder Accessoires wie Taschen und Hüte.“

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein eigenes Label zu kreieren? Wie hat alles angefangen?
„Wir waren gemeinsam in der Modeschule Hetzendorf, und dort haben wir in der letzten Klasse beschlossen, dass wir nach der Matura mit einem eigenen Label beginnen wollen.“

Welche Philosophie verfolgt meshit, was ist euch wichtig, was macht das Label einzigartig?
„Wir wollen Mode machen, die keine bestimmten Gruppen ausgrenzt, daher ist uns unsere Preisgestaltung auch sehr wichtig und wir versuchen, sie leistbar zu gestalten – natürlich können wir keine Preise haben, die mit Massenware zu vergleichen sind weil uns auch die Qualität wichtig ist und eine faire Produktion, aber wir sind trotzdem noch bei weitem günstiger als viele andere Designer. Beim Design legen wir immer großen Wert auf Tragbarkeit aber trotzdem auf besonderes Design, das sich oft durch feine Details und spezielle Schnittlösungen auszeichnet.“

Wie seid ihr auf den Namen gekommen und wofür steht er? Und: Wie spricht man ihn richtig aus?
„Man kann den Namen eigentlich aussprechen wie man will: „mesh it“ oder eben auch „me shit“, das bleibt jedem selbst überlassen. Aber der Name kommt eher von „mesh it“. Wir spielen bei dem Namen mit dem englischen Verb „to mesh“ – vermischen, vernetzen – weil wir zwei unterschiedliche Persönlichkeiten mit zwei unterschiedlichen Stilen und Ideen sind und es doch immer schaffen, unsere Entwürfe in einer Kollektion zu vereinen. Außerdem gefällt uns auch das Wortspiel mit „me shit“ – das ist natürlich ironisch gemeint und bedeutet für uns einfach, sich selbst nicht immer zu ernst zu nehmen.“

Was waren die ersten Schritte bei der Labelgründung? Worauf sollte man eurer Meinung nach achten, wenn man seine eigene Marke ins Leben ruft?
„Ein Konzept überlegen, worin definiert ist, was uns an unserem Label wichtig ist, Finanzierung überlegen, Förderungen ansuchen, Gewerbe anmelden, Firma als Rechtsform gründen...“

Könnt ihr von meshit bereits leben oder ist es eher ein Hobby? Was macht ihr ansonsten, um über die Runden zu kommen?
„Hmm... also nur ein Hobby ist es nicht und leben können wir auch noch nicht davon... Es ist ein Vollzeitjob und trotzdem müssen wir noch irgendwelche anderen Dinge machen um das ganze finanzieren zu können. Wir zahlen also eigentlich dafür, dass wir arbeiten dürfen, haha. Zusätzlich haben wir immer wieder Förderungen, die uns natürlich auch helfen, und natürlich auch Verkäufe – aber am Anfang sind die Kosten rundherum so groß, dass es so eben noch nicht ganz ausreicht.“

Wie viele Stück produziert ihr durchschnittlich? Ist bei euch alles handgemacht? Gibt es Menschen, die euch unterstützen?
„Also eine Kollektion hat circa 30 bis 35 verschiedene Teile und von jedem Teil produzieren wir im Moment circa zwischen 10 und 40 Stück. Allerdings machen wir „nur“ mehr die Prototypen und Schnitte selber, die Vervielfältigung der Teile lassen wir in Budapest in einer kleinen Produktion machen.“

Ihr wart ein Teil der Topshop EMERGE Kollektion, die junge internationale Designer featured. Gratuliere! Wie ist es dazu gekommen, wie viele eurer Stücke konnte/kann man bei Topshop kaufen und habt ihr unmittelbare Effekte gespürt?
„Dankeschön! Also es ist so dazu gekommen: Wir haben zum ersten Mal in Paris – im Oktober 2010 – bei der ‚Rendez Vous Femme’ – einer Modemesse für Einkäufer – ausgestellt und dort ist die Einkäuferin von Topshop Emerge auf uns aufmerksam geworden und hat einen Monat später acht verschiedene Modelle zu jeweils 6 bis 10 Stück bestellt. Effekte haben wir schon gespürt: Wir haben zum Beispiel einen Artikel in der „Presse am Sonntag“ bekommen, einige Blogeinträge und ein Interview auf Fm4. Hier in Österreich hat uns das also sicher geholfen mehr Bekanntheit zu erlangen. Beim Verkauf können wir nicht genau sagen, ob der durch diese Topshop-Sache besser geworden ist, weil die Verkäufe seit Beginn des Labels überhaupt stetig ansteigen.“

Auf Seite zwei geht's weiter...

meshit

 
 
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