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21. Nov 2008, Dominic Marsano/ Sportmagazin
 
www.kev-racing.com
Ab auf Tauchstation - Kevin Reiterer in seinem Element... 

Kevin Reiterer legt sich am liebsten mit 180 Pferden an, fährt mit den Profis regelmäßig Schlitten und gilt als heißeste Aktie der Szene. Der Sechstklässler ist Österreichs erster und einziger Jetski-Weltmeister. Das Sportmagazin bringt euch seine Story.

Die sagenhafte Kulisse von 300.000 frenetisch jubelnden Russen brachte den Bengel 2005, als er einer Einladung nach Moskau gefolgt war, weit weniger aus der Fassung als das, was ihm die automatischen Sicherheitstüren in diesem Moment offenbarten: Jubelgesänge, überall bekannte Gesichter – die Schwechater Ankunftshalle glich einem Tollhaus. Opa Alois hatte die Familie und alle Kumpels samt Transparenten und Krachmachern in Bussen angekarrt, die Party rockte das Haus. Diesen herzhaften Empfang – „ein megageiles Gefühl, da stinkt selbst der Moskau-Kick gewaltig ab“ – wird der 16-Jährige wohl nie vergessen. Aber Ehre, wem Ehre gebührt: Kevin Reiterer kehrte als frischgebackener Weltmeister aus den USA wieder. Einen Jüngeren als ihn hat es in der Jetski-Geschichte noch nie gegeben.

Diese und weitere aufregende Geschichten aus der Welt de Sports gibt es in der aktuellen Ausgabe des Sportmagazin - jetzt am Kiosk.

Unauffälliger Star
Braunes, strähniges Haar ohne erkennbaren Schnitt, eher Krümel denn Bartstoppeln um den Mund und den einen oder anderen pubertären Auswuchs rund ums Kinn. So sieht also ein Jetski-Weltmeister aus. Die Optik lässt Schüchternes erahnen, täuscht allerdings. Hinter der Fassade präsentiert sich ein sympathisches Energiebündel mit jeder Menge Flausen im Kopf. Der 16-Jährige Wiener Neustädter mischte die Weltordnung bei seinem Profidebüt derart auf, dass Vater Thomas vor Stolz platzt: „Ich habe nie von ihm verlangt, der Beste zu sein, sondern mir nur gewünscht, dass er immer sein Bestes gibt“.

Erfolge ohne Ende
Zu Recht platzt er, denn der Einstand in der Jetski-Eliteliga ist mehr als nur beachtlich: Europameister, Siege in Dubai sowie beim Alpen Adria Cup und als krönender Saisonhöhepunkt der Teufelsritt auf dem Lake Havasu, einem 67 Quadratkilometer großen Stausee an der Grenze zwischen Arizona und Kalifornien. Dort, wo amerikanische Studenten die Spring Break alljährlich mit viel nackter Haut, noch mehr Alkohol und jeder Menge gewolltem Körperkontakt zelebrieren, raste Kevin Anfang Oktober zum ersten Jetski-WM-Titel eines Österreichers. Im Stehen wohlgemerkt und in der Stock-Klasse, um genauer zu sein. Denn analog zur Motorradweltmeisterschaft wird auch bei den Jetski-Racern in drei Kategorien um den Titel gerauft – Stock, Limited und Superstock GP, mit 180 Pferdestärken die Königsklasse der motorisierten Wasserschlitten. Die „Skier“ werden nach einem Massenstart im Sitzen oder Stehen durch den Bojenkurs gejagt, wobei Zweiteres als technisch anspruchsvoller gilt. Der Gymnasiast, der die Sitzer „auf Dauer langweilig findet“, gibt sich in allen drei Disziplinen den Kick – wie wenn Valentino Rossi neben der MotoGP- auch in der 125-ccmund 250-ccm-Klasse den Gashahn würgen würde. „Ich taste mich auf den schwächeren Schlitten an den Superstock heran. Zum einen, weil es ungemein Spaß macht, zum anderen, weil es kein besseres Training gibt.“

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Jetski-Action vom Feinsten

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