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19. Nov 2008, red.
 
Thomas Baumann
Alfred Schabauer schleppte sein Rad vier Stunden lang durchs Australische Outback. 

Niemand gab dem erst 20-jährige Alfred Schabauer eine Chance, die Crocodile Trophy zu beenden. Er „überlebte“ das hitzige Mountainbike-Rennen und will 2009 erneut das australische Outback bezwingen.

„Alle, mit denen ich gesprochen habe, meinten, dass ich als 20-Jähriger das härteste Mountainbike-Abenteuer der Welt nicht beenden werde“, erzählt Alfred Schabauer mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Es heißt: Ältere routinierte Biker haben bei längeren Rennen körperliche und mentale Vorteile. Zehn Tage, über 1.200 Kilometer bei bis zu 35 Grad und Straßen, die eigentlich nicht als solche zu bezeichnen sind – das ist die Crocodile Trophy.

Schabauer: „Eine Frage des Geldes“
„Jetzt kann ich mich als Überraschung bezeichnen“, sagt der Niederösterreicher, der eigentlich nur durch sehr viel Glück den langen Flug nach Australien antreten konnte. Bei der Erzberg Trophy Anfang August war er nicht nur Bester seine Altersklasse, sondern gewann durch Losglück auch den CT-Startplatz im Wert von 1.550 Euro. Dabei blieb es aber nicht: Hinzu kamen die Betreuergebühr für seine Freundin (900 Euro), die Flugtickets (etwa 1.200 Euro pro Person) und sonstige Kosten, die von ihm selbst finanziert wurden. Trotzdem sieht Schabauer den Australien-Trip als einmaliges Erlebnis: „Das war es absolut wert. Ich würde es sofort wieder machen.“
Schabauer musste auch sein Training umstellen – vorher ist er nur „kurze“ Rennen gefahren. „Ich habe drei bis vier Stunden sechsmal die Woche trainiert. Ein Monat vor dem Start intensivierte ich und stellte auf sechs bis sieben Stunden viermal pro Woche um, exklusive zwei Stunden ausradeln.“

Das harte Training machte sich bezahlt
Je länger die Trophy dauerte, desto besser fand der 20-Jährige zu seiner Form. Anfänglich machten ihm die trockenen Bedingungen und der Sand zu schaffen. Am Ende konnte ihn nicht einmal ein Defekt stoppen. „Es war auf der neunten Etappe über 140 Kilometer: Nach etwa 70 Kilometern war ich in einer Dreiergruppe unter anderem mit dem CT-2008-Gewinner Fojtik. Beim bergab fahren hab' ich immer wieder durchgetreten. Ich versuchte das Kettenproblem zu beheben, war aber chancenlos. Einen Teil der letzten 40 Kilometer konnte ich bergab rollen, ansonsten ging ich zu Fuß – etwa vier Stunden.“
Im Gesamt-Klassement belegte Schabauer den 41. Platz von rund 80 gestarteten Bikern. Sein bestes Ergebnis war der dritte Platz auf der fünften Etappe. Der junge Biker will 2009 unbedingt wieder dabei sein: „Es war eine super Erfahrung. Ich bin sehr stolz darauf, durchgekommen zu sein. In schwierigen Situationen habe ich Coolness bewiesen, nur auf das Rad muss ich im nächsten Jahr mehr aufpassen. Aber um bei der Crocodile Trophy bestehen zu können, ist wichtig, wie stark man im Kopf ist. Ein Top-Ten-Platz ist drinnen.“

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