Billabong Pipe Masters: A Cinderella Story
Die Pipe Masters gelten als einer der prestigeträchtigsten Surfcontests in der Surfwelt und auch dieses Jahr zog es wieder unzählige Zuschauer an den North Shore von Hawaii und vor den Webcast um das Spektakel mitzuerleben. Pipeline zeigte ein weiteres Mal, warum diese Welle als Maß aller Dinge gilt und bei vielen der Surfer lagen die Nerven blank. Einer hatte am Ende jedoch das glückliche Ende für sich reserviert – Kieren Perrow. 
Bei den Pipeline Masters liegen Höhenflüge und Niederlagen nahe beieinander.
Es waren historische Bedingungen, in denen die Billabong Pipe Masters in diesem Jahr stattfanden und nicht nur die Wellen waren rekordverdächtig, auch Kieren Perrows Woche schreit nach einem Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde. Für den 34-jährigen Australier war der diesjährige Contest ein schicksalsträchtiger, da er bis zu dem Event noch nicht für die ASP World Tour 2012 qualifiziert war. Kieren musste sich mindestens als Fünfter einreihen um auch um nächsten Jahr wieder mit auf der Dream Tour zu sein. Keine leichte Aufgabe, wenn man in zwölf bis fünfzehn Fuß Wellen eher um sein Leben kämpft als an Ergebnisse zu denken. Natürlich wollten auch die anderen Surfer, vor allem die Hawaiianer, die diesen Spot Tag für Tag surfen, die Krone nicht kampflos abgeben und so entwickelte sich ein Battle, das spannender nicht hätte sein können.
Schon in den frühen Runden gab es kein Zurückziehen und die Surfer kämpften um jeden Meter im Line-Up. Die heftigen Wellen, die über knapp eineinhalb Metern Wasser brechen, forderten die Surfer bis zum Äußersten und viele mussten unfreiwillig Opfer bringen. Gebrochene Boards, tiefe Cuts und Gehirnerschütterungen standen an der Tagesordnung, doch das gehört dazu, wenn man sich zum Sieger der Pipe Masters krönen möchte. Auch Kieren Perrow machte Bekanntschaft mit den Korallenstöcken von Pipe und zog sich in seinem Heat gegen Gabriel Medina einen fetten Cut auf der Ferse zu. Das konnte den 36-Jährigen aus Byron Bay jedoch nicht aufhalten, zu diesem Zeitpunkt schien schon alles wie von selbst zu gehen und der Contest schritt unaufhaltsam voran.
Mit Perrow hatten sich auch sein Landsmann, Joel Parkinson, der 11-fache World Champ, Kelly Slater, und Big-Wave-Charger, Michel Bourez aus Tahiti, ins Viertelfinale gefightet. Perrow, der es mit Michel Bourez zu tun bekam, hatte unerwartet leichtes Spiel und sicherte sich einen Platz im Finale. Das Duell zwischen Parkinson und Slater war da schon härter umkämpft, doch am Ende hatte der Australier die Nase vorne und setzte sich gegen den erfolgreichsten Surfer der Geschichte durch.
Im Finale trafen dann die zwei Aussies aufeinander und es sollte eine ziemlich einseitige Geschichte werden. Die beiden schenkten sich keinen Zentimeter im Line-Up und jede Welle war erbarmungslos umkämpft. Joel wollte schnell in den Heat starten und holte sich ein paar kleine Scores, Kieren hingegen spielte das Geduld-Spiel, das ihn bis ins Finale gebracht hatte. Und auch im Finale zahlte sich seine Taktik aus und seine Wellenauswahl hätte nicht besser sein können. Er wartete, holte sich eine 7 und eine 6.17 von 10 möglichen Punkten, und setzte Parko gehörig unter Druck. Der Zeit lief nun gegen Joel Parkinson und Kieren Perrow konnte sich das Ganze aus einer entspannten Position ansehen. Joel versuchte alles, doch an diesem Tag war ihm das Glück nicht hold und er konnte keine hohen Scores einfahren. Es schien als hätte sich alles Glück an Kieren Perrows Fersen geheftet, denn während des Heats kam noch starker Wind und Regen dazu, was die Bedingungen sehr schwierig machte und zu allem Überfluss verletzte sich Joel auch noch bei einem Sturz auf das Riff. Die Zeit verging und Kierens erster World Tour Sieg rückte immer näher. Nach dem die Hupe, die das Ende des Heats signalisiert, ertönte, waren es nur noch pure Emotionen, die über Kieren Perrow hereinbrachen, Vor ein paar Stunden hing seine Zukunft als Pro-Surfer noch in der Schwebe und jetzt war er der Sieger dieses prestigeträchtigen Surfcontests auf Hawaii. Niemand hätte das geglaubt und auch Kieren selbst nicht.
Auf der nächsten Seite gibt’s die Highlights al Videos und man kann sich selbst ein Bild machen, welche Brecher in Hawaii an die Küste rollen und wie die Surfer, diese Wellen meistern.
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