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03. Nov 2008, red.
 
Red Bull Photofiles
Senad hat immer eine Geschichte auf Lager. 

Dass Senad Grosic Österreichs bester BMX-Biker ist, bewies er zuletzt bei den Adrenalin-Games in Moskau. Im Interview spricht der 29-Jährige über österreichischen Fußball, spanische Fluglinien und russische Fans.

Bei unserem letzten Gespräch bist du gerade aus Barcelona zurückgekehrt, dein Bike allerdings nicht. Wie ist die Geschichte mit dem verschollenen Bike ausgegangen?
Die Geschichte ist leider noch nicht zu Ende. Meine spanische Fluglinie war bisher noch nicht fähig, mir das Rad nach Wien zu schicken. Scheinbar hat sie es von Barcelona nach Madrid befördert und von dort hätte es nach Wien kommen sollen. Jetzt ist mein Bike irgendwo zwischen Barcelona, Madrid und Wien.

Trotz der Probleme bist du dann nach Moskau geflogen und bei den Adrenalin-Games Dritter geworden. Nicht ganz einfach, ohne Bike, oder?
Ich wollte unbedingt nach Moskau, darum habe ich vor dem Abflug in einer Last-Minute-Aktion mein altes Bike notdürftig zusammengebastelt. Ich hatte zwar nicht alle passenden Teile, aber die hab ich mir teilweise nach dem Einfahren in Moskau noch ausgeborgt. Obwohl das Bike eher eine MA 48-Leiche (Die Wiener Magistratsabteilung ist für die Müllabfuhr zuständig, Anm.) war, habe ich mich vom ersten Moment an wohl gefühlt. In der Quali war ich dann auch noch Zweiter, im Finalrun hat es dann für Platz drei gereicht.

Klingt danach, als wäre das der aufregendste Contest der letzten Zeit für dich gewesen …

Moskau war sicher mein Saisonhighlight. Sportlich hat es super gepasst, und von den Zuschauern war es einfach sensationell: Nach meinem Run ist ein Fan zu mir gekommen, hat mich umarmt und dabei geweint. Nach Ende des Bewerbs haben die Leute auf mich gewartet und wollten Autogramme von mir. Die haben zwar kaum Geld, aber ich hab auf den Rubelscheinen unterschreiben müssen, weil sie nichts anderes dabei gehabt haben – das sind echte Freaks.

2007 hast du Fight for your ride erfunden. Machen dir Show-Events inzwischen mehr Spaß als klassische Contests?
Die Show-Events sind eine sehr gute Abwechslung, aber mehr Spaß machen schon noch die Contests. Das Feeling vor so einem Bewerb ist etwas ganz besonderes. Ich bin jedes Mal aufgeregt wie ein kleines Kind, das seine Weihnachtspackerln aufmachen darf. In solchen Momenten weiß man ganz genau, warum man den Sport macht. Trotzdem hoffe ich, dass es noch einmal zu einer Auflage von Fight for your ride kommt, aber das hängt auch von FM4 ab.

Mit einem Show-Event hast du heuer für besonders viel Aufsehen erregt: Senads Cordoba …
Nachdem klar war, dass Österreich bei der Heim-EM gegen Deutschland kickt, haben wir das Duell fast machen müssen …

… wo ihr im Gegensatz zu unseren Kickern bei der EURO das Duell gegen die Deutschen 4:3 gewonnen habt. Was muss in Österreich passieren, dass so was auch im Fußball wieder einmal gelingt?
Da kann eigentlich nur ein Wunder helfen – so wie bei unserem Sieg. Die Deutschen sind uns eigentlich in beiden Disziplinen überlegen. Sie sind technisch eher wie Ronaldinho, wir im Verhältnis dazu wie Herbert Prohaska – und zwar in seiner jetzigen Form und nicht in der von 1978. Aber bei Senads Cordoba hat einfach alles für uns gepasst.

Interessiert dich Fußball eigentlich?
Ich bin zwar kein Fan von einer Mannschaft, aber mir taugen einzelne Personen: Zum Beispiel Stefan Maierhofer und Marc Janko. Mit Stefan bin ich aufgewachsen und mir taugt, dass wir beide in unterschiedlichen Bereichen Erfolg haben. Er ist oft bei meinen Events dabei und ich bei seinen Spielen. Marc hab ich beim Training in Thalgau kennengelernt: Er ist ein cooler, netter Typ und ein super Kicker. Von den Trainern bewundere ich den Teamchef der Kroaten, Slaven Bilic: Der ist erfolgreich und nebenbei Gitarrist in einer Rockband.

Was steht heuer noch an außer Maierhofer und Janko beim Kicken auf die Füße zu schauen?
Mein letztes Highlight ist der T-Mobile Playground-Contest in Berlin. Da kommen auch die besten Rider aus Australien und den USA und bei der starken Konkurrenz möchte ich soweit wie möglich nach vorne kommen. Da werde ich vor der Winterpause noch einmal richtig hart dafür trainieren.

 

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