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20. Aug 2008, Hans Harich
 
Land Rover G4/ Nick Dimbleby
Mit 250 PS durch die Wüste Gobi - I like it. 

Das Tagebuch zum Recce der Land Rover G4 Challenge: Insgeheim wusste ich schon immer, dass mich so mancher gerne in die Wüste schicken würde, aber dass jemand diese „Drohung“ mal wahr macht…

Da sind mir fast die Gesichtszüge entgleist, als ich von der Mission höre, auf die mich das Sportmagazin schickt. Was hast du Mitte Juli vor? Kurz einmal den Kalender gecheckt – keine Termine. Ok, du fährst in die Wüste Gobi zum Erkundungstrip (Recce) für die Land Rover G4 Challenge 2009.

Was weiß ich eigentlich über die Mongolei? Nichts, außer dass Dschingis Khan von dort aus einen sauberen Feldzug gestartet und erst kurz vor Wien die Bremse gezogen hat. Was bedeutet: es gibt einiges zu entdecken und zu erleben. Die erste Challenge stellt sich aber bereits in Wien.

Tipp: Am Ende des Texts gibt es das mm-Video und die XXL-Slideshow.

Kaum hatte ich zugesagt, bekommt meine Mailbox Besuch von Formularen: Vom medizinischen Fragebogen über das Visum bis hin zum internationalen Führerschein ist es eine ganz schöne Latte an Infos, die ich abliefern muss. Im Vorabgespräch eröffnet mir der Presse-Chief von Land Rover Österreich, dass es nur drei Flüge nach Ulan-Bator gibt: einen über Peking (Air China), und zwei über Moskau mit Aeroflott und Mongolian Airline – aber die nehmen wir sicher nicht, Insiderberichten zufolge checkt das in Europa niemand, wenn die im Luftraum verloren geht. Drei Mal darf jetzt geraten werden, in welchem Flieger ich von Berlin in Richtung Moskau und dann weiter nach Ulan-Bator abgehoben bin? Richtig: Mongolian Airline – alle anderen waren ausgebucht, ich hab´s mit todesmutiger Entspannung ertragen.

Die erste Erkenntnis: Mongolinnen sind fesch.

Abflug am Sonntag um 08:45 Uhr in Wien – Ankunft, dank Zeitverschiebung am Montag um 07:00 Uhr in der Früh. Dort begrüßt uns auch schon Dschingis Khan: der Flughafen heißt so, die Biermarke heißt so, der Wodka und sogar das Irish Pub – ich wusste gar nicht, dass Dschingis Khan Ire war! Meinen Kreislauf habe ich allerdings in Moskau vergessen, denn der Jetlag steckt mir richtig tief in den Knochen. Weil wir aber nur einen Tag in Ulan-Bator haben, bevor uns die Chartermaschine zum Gobi Desert Airport fliegt, gibt es die volle Ladung Kulturprogramm. Und so sind wir nur zwei Stunden nach der Landung auch schon im historischen Museum. Zugegeben, ein Bett hätte auch so seine Reize gehabt – aber wie ich erkennen muss, bieten die mongolischen Mädls auch so einiges. Also was haben wir auf der Reise schon nach wenigen Minuten auf mongolischem Boden gelernt? Richtig: Die vergerbten Nomadenschönheiten werden nur im „Universum“ abgelichtet, die normale weibliche Bevölkerung sieht anders aus: Feschfaktor und Minirockdichte können mit jeder europäischen Großstadt mithalten.

Ulan-Bator orientiert sich sehr stark in Richtung Westen und das sieht man an allen Ecken und Enden. Will man eine Kultur richtig mitbekommen, geht man am besten in einen Supermarkt. Gesagt, getan und so steh ich auch schon in einer fünfstöckigen Mall und plötzlich fällt der Strom aus. In Wien undenkbar, in Ulan-Bator so normal wie Sonnenauf- und -untergang. Die Reaktion der Angestellten ist von aufgeregter Gelassenheit: Türen schließen, damit sich keiner mit Diebesgut über die Häuser hauen kann – die Zeit der Güterteilung ist definitiv vorbei.

Ich träume von der Wüste
Und so geht’s vom nachtschwarzen Supermarkt direkt in die Horizontale. Ich mag nicht mehr durch die Stadt rennen – auch wenn die Dschingis Statue vorm Parlament richtig imposant ist – es reicht. Nach einem kurzen Powernapping geht’s mit Kultur weiter – meine Begeisterung hält sich in Grenzen, aber hey, wie oft ist man schon hier. Ab zum traditionellen Tanz – eigentlich ganz interessant, vor allem weil mir die eine Tänzerin ein Lächeln geschenkt hat. Ich hab’s genau gesehen, glaub ich halt. Dann das Abendessen, mein Adrenalinspiegel weiterhin auf Expansionskurs: Würde es Hammel, Ziege, Kamel oder entgegen aller Gesetze vielleicht sogar das beliebte Ex-Nationalgericht Murmeltier geben? Nein. Es gibt westlich à la Carte. Auch gut. Ich bin sowieso total fertig. Vor dem Nachtgebet denke ich vorfreudig an meine nächste Eroberung. Die Wüste erwartet mich am nächsten Morgen, und hätte ich gewusst, was mich dort erwartet, hätte ich vielleicht nicht ganz so entspannt geschlafen. Aber, was weiß man schon am Vorabend eines Off-Road-Adventures?

Man weiß nicht, was es mit den Selbstmordmäusen auf sich hat, was ein norwegisches Klo ist und wie man die Erdanziehung austricksen kann. Eine geballte Portion Wissen gibt’s morgen im zweiten Teil des Gorilla-Tagebuchs vom Land Rover G4 Challenge Recce aus der Wüste Gobi.

Und für alle, die das nicht erwarten können: Die Hochglanz-Reportage zum Trip über 500 Kilometer durch die Mongolei lest ihr exklusiv im aktuellen Sportmagazin Outdoor Special jetzt am Kiosk!

 

Land Rover G4 Challenge: Exploring Mongolia

 

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